Von einer kleinen Wiener Stempelwerkstatt zur Weltmarke

 

Von Zeit zu Zeit geben wir einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und stellen einen unserer Lieferanten vor. Bleiben Sie dran – demnächst erzählen wir mehr über weitere Partner.


Heute möchten wir Ihnen Trodat und ihre beeindruckende Entstehungsgeschichte vorstellen. Trodat wurde 1912 in Wien als kleines Stempelhersteller-Geschäft von Franz Just gegründet. 

Die spannende Entwicklung von Trodat

Wenn heute von Stempeln die Rede ist, fällt oft der Name Trodat. Die Anfänge des österreichischen Unternehmens liegen jedoch in einem Material, einem Gründer mit Unternehmergeist und einer Produktidee, die den Büroalltag nachhaltig veränderte.

Die Geburtsstunde einer Innovation (1912–1960er Jahre)
Anfangs stellte die Familie Stempelfarbe in der eigenen Küche her und verkaufte diese an lokale Firmen sowie später auch ins Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Wien nach Wels in Oberösterreich, wo es bis heute ansässig ist.
Den entscheidenden Durchbruch brachte das Unternehmen bereits Ende der 1940er-Jahre mit der Entwicklung von Stempeln aus dem Werkstoff Trolitul, einem besonders langlebigen und gut formbaren Kunststoff. 1947 wurde auf dieser Basis der erste Kunststoff-Datumstempel unter dem Namen „Trodat“ eingeführt: „Tro“ leitet sich von Trolitul ab, „dat“ steht für Datumstempel. Aus der erfolgreichen Produktreihe entstand schließlich in den 1960er Jahren der heutige Firmenname Trodat.

Die Namensgebung
Auch der Markenname Trodat setzt sich aus Trolitul (Werkstoff) und Datumstempel (erster Stempel) zusammen – eine Kombination, die kurz und einprägsam war. Das Kunstwort blieb und entwickelte sich rasch zum Markenzeichen.
Der Name „Trodat“ entstand aus den Silben „Tro“ (für das damalige Kunststoffmaterial Trolitul) und „Dat“ (als Abkürzung für Datumstempel). 1968 wurde Trodat zum offiziellen Firmennamen.

Der Aufstieg zum internationalen Unternehmen (1960er–1980er Jahre)
Ende der 1960er Jahre erhielt die Firma ihren heutigen Namen. Nach ersten Erfolgen in Österreich folgte der Ausbau in andere europäische Länder. Parallel dazu entstand eine größere Produktpalette: Selbstfärbestempel, die ohne separates Stempelkissen auskamen, unterschiedliche Textplatten, Stempelkissen mit langlebiger Farbe oder ergonomisch geformte Griffe. In den 1970er- und 1980er-Jahren baute das Unternehmen systematisch sein internationales Vertriebsnetz aus, unter anderem durch Niederlassungen in Deutschland und weiteren europäischen Märkten.

Nachhaltigkeit und Zukunft
In den vergangenen Jahren hat Trodat verstärkt an umweltfreundlichen Lösungen gearbeitet. Dazu gehören Stempelkissen, die sich mehrfach nachfüllen lassen, sowie Gehäuse aus Recyclingkunststoff. Solche Schritte sollen dafür sorgen, dass Produkte langlebig bleiben und Ressourcen geschont werden.
Im Büroalltag läuft man Trodat-Stempeln beinahe automatisch über den Weg – und oft merkt man erst, wie selbstverständlich sie genutzt werden, wenn einer plötzlich fehlt.
Heute vertreibt Trodat seine Produkte in über 150 Ländern. Aus einer regionalen Erfindung ist so ein global tätiger Hersteller geworden, der dennoch seine Wurzeln nicht vergessen hat.

Das Erfolgsgeheimnis
Die Entwicklung von Trodat macht deutlich, wie aus einer ungewöhnlichen Materialidee und unternehmerischem Gespür ein international gefragtes Produkt entstehen konnte.
Dass selbst ein so schlichtes Alltagsobjekt wie ein Stempel eine eigene Geschichte hat, zeigt, wie stark Technik, Handwerk und Geschäftsentscheidungen ineinandergreifen können – in diesem Fall mit Wurzeln in Österreich und Wirkung weit über die Grenzen hinaus.

Bildergalerie
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